Yui Kawaguchi

Choreographin, Tänzerin

Yui Kawaguchi

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ist eine wahre Grenzgängerin sowohl im kulturellen als auch im künstlerischen Sinne. Ihr Tanz speist sich aus dem Spannungsfeld zwischen Ost und West, Tradition und Gegenwart. Ihre Tanzsprache ist ein freies Geschöpf, das aus den Elementen von Ballett, Butoh, Urban Dance und Pantomime zusammenwuchs. Mit einer besonderen Sensibilität vermag Kawaguchi in ihren Choreographien die Individualität und persönlichen Ausdrucksformen ihrer Tänzer*innen herauszuarbeiten. Dabei arbeitet sie in verschiedenen Konstellationen mit visuellen Künstler*innen, Musiker*innen und Wissenschaftler*innen zusammen um ihr Publikum in eine einzigartige sinnliche Landschaft aus Tanz, Musik und Bühnenbild zu versetzen.

Sie begann im Alter von 6 Jahren zu tanzen und schon mit 11 Jahren fing Kawaguchi neben ihrer Ballettstunde an zu choreographieren. Seit 1996 war sie in Japan als Choreographin für Theater, Konzerte, Film und Fernsehen tätig. Als Tänzerin in diversen japanischen Tanzkompanien wie H.art.Chaos oder KotaYamazaki, war sie schnell auf den renommierten Bühnen weltweit präsent. 2001 choreographierte sie die Ostasien Olympia Eröffnungsfeier. Mit Media-Drive Unit 66b/cell (2000-2004) war sie sowohl in der großen tokioter Clubszene als auch international in der Kunstszene unterwegs. 

Seit 2005, arbeitet sie in Berlin. Sie tanzte u.a. bei Ismael Ivo, Helena Waldmann, Nir de Volff, Tomi Paasonen und Flying Steps. Sie gehört zur Originalbesetzung und Choreographen des Welt-erfolgreiches Produktion „Flying Bach“ (Echo-Klassik Sonderpreis 2010) von Flying Steps. Seit 2008 ist sie ein Mitglied des berliner Theaterensembles Nico and the Navigators. Als Choreographin präsentierte Kawaguchi ihre eigenen Produktionen bei zahlreichen internationalen Tanzfestivals, u.a. bei dem New Vision Festival Hong Kong, dem International Dance Festival Vancouver, dem Neue National Theater Tokio, dem OPENLOOK St.Petersburg International Dance Festival, dem Ozasia Festival Adelaid, dem MODAFE Soeul oder dem en DANZA Madrid. 

Als Meilenstein ihres Schaffens gilt „andropolaroid“ (Kölner Tanzpreis 2010) und ihre unverwechselbare Handschrift als Choreografin etablierte sich spätestens mit ihrem Stück „MatchAtria“ (2014), das gemeinsam mit dem japanischen bildenden Künstler/ Filmregisseur Yoshimasa Ishibashi entstand. Die beiden Produktionen wurden mit großer Begeisterung international von Publikum und Presse aufgenommen und tourten weltweit.

Ihre "besondere Sensibilität für Musik (Dance Magazine Japan)" führte sie zu einer engen Zusammenarbeit mit Musik und ermöglichte ihr die Zusammenarbeit mit renommierten Musikern wie Aki Takase, Louis Sclavis, Daniel Hope, Avi Avital, Mohammad Reza Mortazavi oder Kussquartett und choreografierte Projekte u.a. in der Berliner Philharmonie, im Hamburger Bahnhof, im Kunsthaus Bregenz und im Nicolaisaal Potsdam. 

Insbesondere die 2008 gestartete Duo-Reihe "Die Stadt im Klavier" mit Aki Takase feierte einen internationalen Erfolg. Die sechste Folge "ACCENTO" wurde 2022 im Kuppelhalle silent green Berlin uraufgeführt. Im Laufe der Jahre hat sie auch ihre Verbindung zur alten Musik vertieft und begeistert das Publikum mit ihren einzigartigen Interpretationen und Tänzen mit dem Ensemble ImPuls der Suite, Vox Nostra, Anna Fusek u.a. Im Jahr 2024 choreographierte und verkörperte sie die Rolle der Anna2 in “Die Sieben Todsünden” mit dem Konzerthausorchester Berlin unter der Leitung von Joana Mallwitz und erhielt großen Beifall.

Während der Corona-Krise begann Kawaguchi, die Körperlichkeit von Tänzern im VR-Raum zu erforschen, wodurch sie ihr Konzept der Choreografie auf die virtuelle Realität erweiterte und begann, selbst 3D-Programmierung zu erlernen. Kawaguchi strebt danach, eine andere Form des Daseins für den Tanz in der virtuellen Realität zu suchen, der oft parametrisiert und als bloße Dekoration konsumiert wird. Mit ihrer eigenen Körperlichkeit und Sensibilität als Tänzerin widmet sie sich der Erstellung eigener Animationen, um in der virtuellen Welt einen alternativen Wert für den Tanz zu schaffen.

Seitdem hat sie die AR-Tanzperformance „Du musst Dein Leben rendern!" (Nico and the Navigators 2022, nominiert AUREA Award ), das Musikvideo "Flow My Tears" (Ensemble ImPuls der Suite 2023) und die Ausstellung der AR-Loopmachine im Deutschen Tanzarchiv Tanzmuseum Köln (2023) choreografiert und animiert.


 

artikel, interview

Tanz von Arnd Wesemann
Feb. 2015 "kammerflimmern
Feb. 2012 "Yui Kawaguchi: Bubble Boxing"
Jul. 2010 "Yui Kawaguchi über missverständnisse

Stuttgarter Nachrichten
12.Nov.2015
"Zwischen den Weltenvon Brigitte Jähnigen

Tanzraumberlin 
Feb.2011 "Die Lichtgestalt"


auszeichnungen

2023 Dis-Tanzen Dachverband Deutschland
2022 Prozessförderung Fonds darstellende Künste
2021 TakeCare Fonds darstellende Künste, INITIAL Akademie der Künste 
2020 Dis-Tanzen Dachverband Tanz Deutschland 
2020 TakeCare Fonds darstellende Künste
2015 Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Senatskanzlei Kulturelle Angelegenheiten wiederaufnahme 'andropolaroid 1.1'
2015 Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Senatskanzlei Kulturelle Angelegenheiten wiederaufnahme 'MachAtria - e x t e n d e d'
2013 Hauptstadtkulturfonds Berlin 'Cadenza - Die Stadt im Klavier V'
2011 Hauptstadtkulturfonds Berlin 'Bubble Boxing' (theater-51grad.com)
2010 Köln Tanzpreis 'andropolaroid'
2008 EU Japan Fest 'HEREing Loss- a place of my emergence'
2006 Yokohama solo x duo<compedition+> Jury Prize 'When an egg cracks...'


Ausstellungen, Workshops

contemporay dance & improvisation technic
from basic till master class

Heartbeat Picnic (Workshop for Touching Heartbeats)
2018: Unkou-Tempel, Tokyo, Japan (MOT Satellite),
Exhibition 'Heartbeat Picnic' ICC Kid's Program, Tokio, Japan
2016: Tokyu Krankenhaus, Japan
2013 IAMAS Ogaki Biennale
2011 The Museum of Osaka University
2010 'Heartbeat Picnic' ARS Electronica OK center, Linz, Österreich
2010 'Heartbeat Picnic' Poetry of Motion ARS Electronica Exhibition BREEZE BREEZE Osaka, Japan
2010 21_21 Design Sight, Tokyo here / hear
2008 HEREing Loss - single room EDEN***** eröffenungsfeier

Here / Hear – Audiovisuelle Workshop
2008: Keio University, Tokyo

Zeitschrift (JP)

2012 'Symbolgrounding of Life" Art meats care Vol.4,pp.20-2,
Authoren: Junji Watanabe, Kyosuke Sakakura, Yui Kawaguchi, Hideyuki Ando
2011 Heartbeat Picnic : Worshop for Touching Hearbeats Virtual Reality Society of Japan Vol.16, No.3,pp,303-306,
Authoren: Junji Watanabe, Yui Kawaguchi, Kyosuke Sakakura, Hideyuki Ando
2009 Design Guidelines of "Workshop Here and Hear" Information Processing Society of Japan Vol.50,No.12, pp.2772-2781,
Authoren: Junji Watanabe, Yui Kawaguchi, Kyosuke Sakakura