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Kritiken

andropolaroid 2010
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Kölner Tanztheaterpreis 2010, Auszug aus der Laudatio von Jurymitglied Dr. Rita Kramp

"Untermalt von Soundcollagen, die zischend, raunend, flüsternd durch den Raum schweben, bewegt sich Yui Kawaguchi mit einem breit angelegten Bewegungsvokabular in höchster Perfektion als roboter-artiges Wesen, als perfekt funktionierender Mensch. Durch diese Perfektion verliert dieses Wesen alles Menschliche, seine Versuche, mit der Welt in sinnhafte Kommunikation zu treten, sind kläglich zum Scheitern verurteilt. [...]Die Zusammenarbeit der Tänzerin und Choreografin mit dem theater-51grad steht im Einklang mit den Zielen dieses Theaters: sich über die Schauspielkunst hinaus mit anderen Künsten sowohl inhaltlich als auch formal auseinanderzusetzen. Im Zentrum dieser Arbeit steht der Mensch und seine Beziehungen zu sich selbst und den anderen. Das Theater begibt sich auf die Suche nach dem Menschen, seinen Schwächen, Zweifeln, Sehnsüchten, Irrwegen."

“Roboter ersetzt den Partner” von Nicole Strecker
TANZ Das Projekt "Andropolaroid" im Comedia Theater


Tänzer sind für Choreographen Körper-Material, wie fleischgewordene Optionen für ihre Bewegungsideen. Oder wie ein Automat, in den man Tanz-Formen einspeist, die er dann folgsam wieder ausspuckt. Die Tänzerin Yui Kawaguchi ist ein solcher Automat - ein perfekt funktionierender. Sie hat in ihrer Heimat, in den USA und in Europa getanzt, war bei Ismael Ivo, Helena Waldmann oder bei den Breakdance-Weltmeistern Flying Steps. Auch als Choreographin ist sie erfolgreich. Jetzt präsentiert sie sich in ihrer gemeinsam mit Rosi Ulrich vom Theater-51grad.com entstandenen Produktion "Andropolaroid" im Kölner Comedia Theater als ein "deutsch-kybernetischer Japanorganismus": ein Multikulti-Steuerungskomplex, in dem die Kulturen ebenso ununterscheidbar geworden sind wie Mensch und Maschine. Die Produktion war bereits im Rahmen des Festivals "Globalize:Cologne" zu sehen und ist für den Kölner Tanzpreis nominiert
.Lichtröhren hängen in unterschiedlicher Höhe wie Lianen von der Decke. Ein futuristisches Setting (Lichtdesign: Fabian Bleisch) mit provokantem Eigenleben: Sie blinken im Rhythmus des Elektro-Sounds von Sibin Vassilev und huschen vor der Tänzerin davon, lassen sie immer wieder im Dunkeln stehen, als wollten sie sie foppen. Yui Kawaguchi hetzt weißgekleidet wie eine Laborantin zwischen den Lichtern umher. Abrupt schnellt sie los, duckt sich weg - eine Actionheldin im Kampf. Dann springt ein Flüstern in japanischer Sprache durch den Raum, von Ecke zu Ecke wie ein unsichtbarer Kobold. Und Kawaguchi tanzt, als jucke sie das Wispern am ganzen Körper.
Die Technik beherrscht den Menschen, steuert seine Bewegungen, so lange, bis Kawaguchi sich an ihre Umgebung anpasst und selbst zum roboterähnlichen Wesen mutiert: Als Maschinenmensch spitzt sie dann den Mund zum Kuss, streckt die Hand für eine Begrüßung nach vorne, zieht die Lippen nach oben - das seelenlose Lächeln eines Automaten. Posen der Zuneigung, die ohne entsprechendes Gefühl kalt, fast grausam wirken. Der Roboter als Ersatz-Partner - in keinem anderen Land dürfte die Liebe zum kontrolliert-funktionierenden Apparat wohl größer sein als in Japan. Yui Kawaguchi zeigt mit ihrer breitgefächerten Bewegungspalette einen "funktionierenden" Menschen, der letztlich alles Menschliche verliert. "Andropolaroid" - der Mensch als Sofortbild, eine Erscheinung ohne Bedeutung und Charakter. Eine bedrückende Kreation, aber bei Yui Kawaguchi trägt sie definitiv das Siegel "deutsch-japanische Qualitätsarbeit"


„Tanz im Neonröhrenwald„ von Thomas Linden
Kölnische Rundschau


Yui Kawaguchi selbst wird zu einem zeichenhaften Wesen, das mit Farbe, Licht, Raum und Ton agiert. Mit eindrucksvoller Präzision bewegt sich Kawaguchi. Wenn sie einen Maschinen­men­schen auftreten lässt, erstarren nicht nur Arme und Beine, sondern selbst der Gesichtsausdruck verändert sich zu gespensti­scher Künstlichkeit. Ein Lachen der Maschine demonstriert die Bedeutungslosigkeit, sie ist Zeichen ohne Gehalt, denn nur der Mensch vermag mit der Geste auch Gefühl und damit Sinn zu übermitteln. So anschaulich und pointiert wie hier werden komplexe Prozesse selten dargestellt. Die Zusammenarbeit zwischen Yui Kawaguchi und Rosi Ulrich erweist sich auch deshalb als besonders fruchtbar, weil die Choreografie nie bei lieb gewonnenen Motiven oder schönen Bildern verharrt, sondern sich zu einem delikaten Tanzkunstwerk rundet.


„Gefangen im Dschungel aus Licht“ von Henriette Westphal
aKT 06/2010


Kawaguchi Androgynität zu unterstellen, würde zu weit führen – aber doch: ein weißer Schutzanzug verhüllt alles Weibliche. Wie ein Schutz vor der Außenwelt, vor der man Distanz wahren möchte. Es ist eine elektrische kalte Welt – die flackernden Neonröhren, Störgeräusche, Zischen. Die Tänzerin bewegt sich zuerst neugierig, dann wie selbstverständlich, schließlich mechanisch durch den Lampenjungle. Die Soundcollage arbeitet mit einer klugen Verteilung der Lautsprecher im Saal, von allen Seiten flüstert es japanische Sätze, Fragmente einer für uns fremden Sprache. Kawaguchi stimmt ihre Bewegungen auf die Sprache ab – oder ist es umgekehrt? – Sehenswert!


Kölner StadtAnzeiger 10.7.2010

"Der Roboter als Ersatz-Partner - in keinem anderen Land dürfte die Liebe zum kontrolliert-funktionierenden Apparat wohl größer sein als in Japan. Yui Kawaguchi zeigt mit ihrer breitgefächerten Bewegungspalette einen "funktionierenden" Menschen, der letztlich alles Menschliche verliert. "Andropolaroid" - der Mensch als Sofortbild, eine Erscheinung ohne Bedeutung und Charakter. Eine bedrückende Kreation, aber bei Yui Kawaguchi trägt sie definitiv das Siegel "deutsch-japanische Qualitätsarbeit."

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Bubble Boxing 2011
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„Gib ihm eins auf die Nase„ von Thomas Linden


Yui Kawaguchis Choreographie „Bubble Boxing“ im Rahmen von Globalize:Cologne
Ich geb’ dir eins auf’s Ohr. Du donnerst mir eins zwischen die Augen. Zack. Peng. So geht es zu bei „Bubble Boxing“, der neuen Choreographie von Yui Kawaguchi. Vor genau einem Jahr gewann die Japanerin in Zusammenarbeit mit der Kölner Regisseurin Rosi Ulrich den Kölner Tanz Theater Preis. Jetzt präsentiert sie ihre Uraufführung in Berlin, kommt aber nach Köln, um ?Bubble Boxing“ im Rahmen des Festivals Globalize:Cologne im alten Ufa-Filmpalast vorzustellen. Eine enorme Entwicklung hat sie in dieser kurzen Zeit vollzogen. Das neue Stück ist kompakter, inhaltlich komplexer und von einer Ästhetik, die sich knallig und zugleich doch puristisch darstellt.
Zwei Figuren (Yui Kawaguchi und Goncalo Cruzinha) fighten nebeneinander gegen einen unsichtbaren Gegner, anhand der Geräusche bekommt man jedoch die Schläge mit, die sie einstecken müssen. Es dauert nicht lange, dann sind beide K.o. Was hier abgeht, ist ein Comic-Strip, in dem die Sprechblasen in Form von Geräuschen geliefert werden. Erst allma¨hlich agieren die beiden Figuren miteinander, zuvor werden sie von einem grossen Auge beobachtet, das von der Decke hängt. Ein origineller Einfall, wie überhaupt die Produktion stilistisch sehr geradlinig ausfa¨llt. Hier wusste jemand genau, was er wollte. Eine Qualität, die man in Tanzproduktionen nicht immer antrifft.
Die Figuren sind nur das, was sie tun, sie besitzen keine Innerlichkeit. Auch wenn sie bekannte Bewegungen ausu¨ben, beziehen sie sich nicht auf etwas Vorgegebenes. Das Spiel ist reine Oberfla¨che, genau wie die Comics. Die Inszenierung zeigt, wie die Comics funktionieren. Sie bestehen alleine aus den Farben, Formen und Aktionen, die dargestellt werden. Jede Handlung visualisiert sich, Gefu¨hle sind nicht angelegt. Deshalb gibt es viel Slapstick. Aber niemand, der sich eben noch einen Schwinger eingefangen hat, wird verletzt. Man steht auf, und schon geht es weiter.
Nur am Ende gibt es dann doch eine zärtliche Geste, die beiden treten in Beziehung zueinander. Das ist eine schöne Volte, mit der Yui Kawaguchi dem Regelwerk der Comic-Ästhetik ein Schnippchen schlägt. Eine eigenwillige Produktion, die man auch aufgrund des pointierten Sounddesigns (Sibin Vassilev) und des stimmungsvollen, mitunter sogar ironisch gesetzten Lichts (Fabian Bleisch) zu den Entdeckungen des Festivals za¨hlen darf.

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Chaconne – Die Stadt im Klavier IV 2011
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„Raumarchitektinnen“ von Annette Hoffmann
Badische Zeitung, 21.10.2011


...Yui Kawaguchi ist eine Ausnahmetänzerin. Sie vertanzt die Komposition Aki Takases in fließende Bewegungen, übersetzt klassische Ballettfiguren ins Zeitgenössische; so fällt sie immer mal wieder in den Spagat und führt zugleich einen anmutig dysfunktionalen Körper vor.
"Chaconne – Die Stadt im Klavier IV" könnte einer jener kunstsinnigen Abende sein, die raunend ihren eigenen Avantgardeanspruch behaupten. Es ist nicht allein die Selbstverständlichkeit des Zusammenspiels – nicht zum ersten Mal nehmen sich die beiden einen traditionellen Tanz wie die Chaconne vor –, dass dieses Etikett nicht haften will. Es ist auch der mädchenhafte Witz Yui Kawaguchis, der dieser Chaconne einen anderen Ton gibt. Die in Berlin lebende Tänzerin streckt wie ein Kobold die Zunge heraus, so dass sie ihr fast auf die Hand zu springen scheint, hüpft wie ein Frosch, setzt ihren Körper als Schattenspiel ein und tanzt Charleston. Einmal lehnt sie sich an die rückwärtige Front der Sprossenfenster und sofort glaubt man, eine Szene aus einem expressionistischen Film vor sich zu sehen. Dann schlägt sie auf die großen Lüftungsrohre und setzt nicht nur sich selbst, sondern auch den Raum als Resonanzkörper der Musik ein.
Aki Takase und Yui Kawaguchi erzählen nicht vom Leben in den Städten, sie bauen Räume, strukturieren sie, machen sie sichtbar. Etwa wenn Yui Kawaguchi einen Faden abspult und ihn zu einem weit reichenden Netz vertäut, dessen Ende so gespannt ist, dass es ihr als eine Art Ballettstange dient. Oder wenn Aki Takase die silbernen Rahmen auf die Klaviersaiten wirft, dass sie aufspringen und ihr Spiel mit Misstönen akzentuieren. Bei einer der Zugaben steckt Yui Kawaguchi eine Blume aus Draht ins Klavier, eine andere legt sie ihrer Partnerin wie eine Schlinge um den Hals. Reibung kann durchaus eine Qualität sein.

"Gesehen: Yui Kawaguchi und Aki Takase im E-Werk" von Alexander AttiaAus
regiomusik.de, 26.10.2011


...Die Beziehung überwindet den Raum mühelos, als wären da zwei Extremitäten eines Körpers sicht- und hörbar. Oratorische Konzentration im E-Werk. Die Musik führt, sichtbar. Yui Kawaguchi ist der Musik ausgeliefert, hingegeben. Ihr gelingt es sich tanzen zu lassen, in synaptischer Echtzeit zu Akis Spiel kann sie einzelne Felder ihres Körpers so tanzen, als wären diese autonom, vom Fuß übers Knie zum Auge, in die elektrifizierten Fingerspitzen. Ihr Tanz sprüht hell. Tanzt sie die Musik, oder tanzt die Musik die Tänzerin? Schnell klärt die Schönheit des Entstehenden, dass die Frage nicht beantwortet werden muss, um diese Intensität leuchten zu lassen.
... Kawaguchis Tanz erobert und konfiguriert den Raum neu, schneidet die Ebenen, bündelt die Energie, da ist sie, die Stadt im Klavier. Im imaginären Nachvollzug der Bewegung entsteht die Karte. Nach gelungener Kontaktaufnahme zur Meisterin der Klänge beginnt sie zu zeichnen. Aus dünnen hellen Fadenlinien entsteht ein weites Netz, spinnt den Bühnenraum lose ein, ein deutbarer Aufriss einer phantastischen Stadt. Sie nimmt dessen Anfang zärtlich aus dem geöffneten Flügel und erweitert das Spannungsgefüge um ein drittes Schwingen. In explosiven Mikrofiguren blitzt das Temperament der Spielerinnen, hier im Feurigen treffen sie sich. Takases heiße Gewitter, irrlichternde Läufe und Yuis Rasanz sind verwandt in ihrer Präzision. Die lässt die Schönheit der gemeinsam geschaffenen dritten, immer einzigartigen Qualität der Improvisation blühen. Die Hitze entlud sich nochmal mit Humor in einer leichtfüßig komischen Zugabe, die silberne Blüten aus dem Flügelinnern wachsen ließ. Gebannt und verzaubert von einem kurzen Traum von Kommunikation begann der Applaus sich zaghaft nur zu erheben.


„Die Architektur der Bewegung“ von Moni Brüggeller
Fesselnder Auftakt des Osterfestivals in Hall mit „Chaconne“
Kronen Zeitung, 25.03.2011


Was für ein Auftakt des Osterfestivals der Galerie St. Barbara! Aki Takase am Klavier und die Tänzerin Yui Kawaguchi faszinieren als „Architektinnen“: Ihre Kreation ist eine fiktive Stadt, die in der Symbiose von Klang & Bewegung neue Räume erschließt und erfahrbar macht. Faszinierend!
Musik spielt beim Tanz immer eine wesentliche Rolle. Aber trotzdem liegt der Fokus meist doch beim Tanz. Die Musik ist untergeordnet. Nicht so bei Aki Takase und Yui Kawaguchi. Die beiden japanischen Ausnhamekünstlerinnen kreieren Klang in Bewegung. Es ist der Klang einer Stadt. Das Motto des Abends - „Chaconne - Die Stadt im Klavier“ - ist Programm. Aus dem Nichts erhebt sie sich, diese Stadt. Das Nichts sind die Klänge. Wie an einem Reißbrett entstehen sie. Das Reißbrett ist das Klavier. Die Architektin ist Aki Takase. Die Stadt ist nicht nur hörbar. Sie wird auch immer mehr sichtbar. Sie wird immer mehr spürbar. Die Interaktion zwischen Urbanität und Bewegung, Klang und Bewegung steht im Mittelpunkt.
Aki Takase gibt am Klavier die Richtung vor. Sie ist die Raumplanerin. Die Tänzerin Yui Kawaguchi wandelt durch ihren Stadtplan. Sie ist Besucherin. Sie geht auf Erkundungsreise. Sie gibt der Musik die Form. Sie gibt den Klängen eine Struktur. Die Stadt, die da aus dem Nichts entsteht, ist eine Stadt, die auf Bekanntem aufbaut. Aus dem Bekannten heraus entwickelt sich Neues, Unbekanntes. Vertrautes weist in die Zukunft. Die Stadt von Aki Takase und Yui Kawaguchi hat viele Gesichter. Sie ist laut, sie ist schnell. Sie ist leise, sie ist langsam. Nie ist sie langweilig. Immer ist sie temporeich - auch wenn sich Yui Kawaguchi ganz langsam fast meditativ bewegt. Das Licht wird zum dritten Akteur. Das Licht in allen Facetten. Licht und Schatten schaffen einen zusätzlichen Raum auf einer anderen Ebene. Die Ebene der Imagination. Aki Takase und Yui Kawaguchi sind fordernd und vielleicht gerade deshalb so faszinierend.


"Eine Stadt, in der zwei Virtuosinnen wohnen"
Tiroler Tageszeitung, 25.03.2012 von Sabine Strobl


...Noch marionettenhaft lässt sie die Körperteile die neuen Räume erkunden. Noch lässt sie sich von einem Akkord auf den Boden werfen. Aber die Tänzerin wird zu einer neugierigen Bewohnerin, zieht eine Schnur aus dem geduldigen Flügel, spinnt ihre eigenen Wege durch die Stadt. Und fuchtelt der Pianistin frech zwischen den Tasten herum. So flinke Füße, so flinke Hände. Was die beiden japanischen Künstlerinnen hier zeigen, sind Ideenreichtum und Virtuosität. Viel fesselnder kann man ein Osterfestival nicht anklingen lassen als am vergangenen Freitag im Salzlager Hall. Die hohe Halle mit den steinernen Säulen bot den spannenden Rahmen für das Tanz- und Musikduett „Chaconne – Die Stadt am Klavier IV“. Das Werk ist die vierte Zusammenarbeit von Yui Kawaguchi und Aki Takase und wurde 2011 von der Berliner Theaterkompanie Nico and the Navigators für die Konzertreihe „KlangZuGang“ erarbeitet. Das Projekt bietet Künstlerinnen und Künstlern Raum, um sich mit dem Dialog zwischen Musikern und Darstellern auseinanderzusetzen. Neue Wege des Austausches sollen dabei erforscht werden. In „Chaconne“ begegnen Tanz und Musik einander auf Augenhöhe, Unterordnung gibt es hier nicht. Ihr Dialog ist Kraftübertragung. Der Stadt, die sich aus dem Wechselspiel von Klang und Bewegung im Kopf entspinnt, wohnt eine Nachdenklichkeit inne. In der Düsternis wird die Utopie geboren. Für den Schauer sorgt denn auch Tänzerin Yui Kawaguchi, die mit Kapuze wie eine Gothic-Novel-Heldin mit dem Schatten spielt. Doch was ist eine Stadt ohne Licht. Damit spielt sich Fabian Bleisch und setzt Schatten, die Farben Rot, Schwarz, Metall und Weiß in Szene...
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REM – The Black Cat 2008
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Michaela Schlagenwerth
Berliner Zeitung, 18. Januar 2006


...Yui Kawaguchi wiederum hätte aus ihrem knapp 35-minu¨tigen Solo "REM - The Black Cat" sicherlich auch fünf Stücke bauen können. So viele Einfälle, wechselnde Szenerien und Themen gab es in dieser Aufführung. Aber weil Omnipotenz, zumal auf der Bühne, auch etwas Großartiges ist, und weil Yui Kawaguchi eine hervorragend Performerin ist, machte das Stück ganz einfach Spaß.
Inspiriert von Edgar Allen Poes Erzählung "Die schwarze Katze" hat Kawaguchi eine multimediale Tanzperformance entwickelt, in der sie vergnügt und verführerisch die Katze gibt, die in Stroboskopgewittern und Elektronikräuschen zu Hause ist, die gehängt, geköpft und sonst wie drangsaliert, über sieben Leben verfügt. Verrückt, absonderlich, wunderbar.


e´cile GUEDON (Paris)
Le magazine en ligne RUEDUTHEATRE 27. April 2006


In den intimeren Orten der Berliner "Off Szene" junge Choreographen machen virtuosen Gebrauch der interdisziplinären Zusammenarbeit: man braucht nur die Produktion den Berliner Festivals "Tanztage" in den Sophiensaele vom Januar 2006 zu verfolgen und insbesondere die multimediale Tanzperformance von Yui Kawaguchi, um deren Wichtigkeit ermessen zu können.
Niemand stellt den Wert im Frage der japanischer Choreographin, die einen originellen Stil schafft inspiriert von Ballet, Breakdance und japanischen Kampfkunst mit einem meisterhaften Gebrauch von Videoprojektionen auf der Bühne.

Kumiko Murayama
DANCE MAGAZINE Japan, march 2007


"Integration of elements brought to a sublime level"
Among the three pieces presented by the winners of last year's Yokohama Dance Collection, the piece that won the Jury's Award, a Berlin-based dancer/choerographer Yui Kawaguchi's solo performence, "REM -The Black Cat" was in no doubt the world's first class stage. Every element that comprise a stage; theme, dance, direction, music, visuals, lighting, and set, were raised to an exceptionally high level and were integrated immaculately. It is a masterpiece where the exquisite talents in each fields with deep understanding and respect to each other have gathered to produce a work of art…
…What intriguing is how the piece utilizes the leading-edge technology and yet, places its theme on their negative facets and expresses the somatic reality of the humans. In the end, the soul of a man who disguised himself among the artificial reality could no longer bare to exist in its distortion and bails out to a place that reminds us, humans, of a classic image of the Pluto. There it shows a transcendent dance of a soul, unbounded from the body or the gravity. That scene, where shimmering light of flame or water emerges from the haze on the stage, was anagogic and particularly impressive.

Ippei Fukuda
Tokio Zeitung, Oktober 2008


„The Black Cat“ ist ein außergewöhnliches Stück nach Motiven einer Kurzgeschichte von Edgar Alan Poe. Es beginnt mit einer Szene, in der ein Mann hingerichtet wird. Yui Kawaguchi
erschafft aus der verwirrenden Handlung ein Gebilde, das die Zuschauer durch emotionale
Momente verstrickt. Tänzerisch bildet sie die absonderliche Handlung nach und formt daraus eine originelle Geschichte, die das Publikum bis zum Schluss in den Bann zieht.


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Red Bull Flying Bach von Flying Steps x Christoph Hagel 2010-2013
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Paul Ransom / Dance Informa Magazine 14.03.2013 (Australia)
..The inclusion of Japanese ballerina Yui Kawaguchi adds classical grace and a love interest narrative. It also serves to highlight the technical rigour of both break dance and ballet; and this in turn creates many of the show’s most satisfying moments...

Ambar Sidhwani / Hip Hop Legacy  11.03.2013 (Australia)
...Yui Kawaguchi, the only female dancer effortlessly eases into a classical contemporary choreography as the audience acclimatises to the venue and the surroundings. Just as the audience begins to fall into deep admiration of Yui Kawaguchi’s skills, ...

Kerstin Starke / Frankenpost 12.05.2012
..Bachs Musik, die mal live vom Flügel (Christoph Hagel) oder vom
Cembalo, mal multi-instrumental vom Band kommt, gibt ihnen dabei exakte Rhythmen vor, die die Tanzenden - sieben Herren und eine Dame, die überwiegend den klassischen Part verkörpernde Yui Kawaguchi - punktgenau und präzise mal in abgehackte, mal in fließende Moves übersetzen: Eine Fuge in der Musik wird so eine Fuge der Körper...

Arne Pozo Freire / Passauer Neue Presse  11.10.2011
..Wunderschön anzusehen ist zudem der Vergleich zum Contemporary Dance, ausgeführt von Yui Kawaguchi, die keck und verführerisch beweist, dass man auch durch bloße Körperspannung und Eleganz die Erdanziehungskraft für einen Moment aushebeln kann...

Philip Chhatwani / Musikmarkt 20.10.2011
..Mit Yui Kawaguchi betritt ein weiteres Stilelement, das klassische Ballett, die Bühne. Man könnte meinen,
Breakdance und Ballett seien schwer zu vereinen, aber im Gegenteil. Der Breakdancer, welcher zu spät zum Training kam, beginnt gemeinsam mit Kawaguchi zu tanzen und schnell wird klar, wie gut zwei so unterschiedliche Tanzstile harmonieren.

Malve Gradinger / Merkur-online.de 10.10.11
..Und wenn die zierliche Yui Kawaguchi hereinweht, eine postmodern emanzipierte
Barfuß-Geisha, wird sie von den B-Boys schüchtern-charmant umworben. Dass es in den Pas de deux klappt zwischen dem männlichen Breakdance und weiblichem balletthaftem Anmuts-Stil, ist zum großen Teil der technisch versierten und reaktionsschnellen Japanerin zu verdanken...

Oliver Heilwagen / kultiversum 13.04.2010
..Diese Story bringen sechs B-Boys und die ausgebildete Tänzerin Yui Kawaguchi bravourös auf die Bühne. Insbesondere die Japanerin bewahrt das Geschehen vor dem Abgleiten in eine bloße Nummernrevue und verleiht ihm Spannung und Dramatik...
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Die Befristeten
(von Nico and the Navigators am Residenztheater München) 2014
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...In all seinen Verrenkungen – wunderbar die akrobatisch schwebenden Tanztaumeleien der zartgliedrigen Yui Kawaguchi –
(Die deutsche Bühne)

...Den Kontrast bildet Yui Kawaguchi. In ihren Bewegungen – oft und sehenswert entwickeln sich die Choreographien im Dialog mit dem Ensemble – erzählt die Tänzerin von der Freiheit des Menschen.
(Michael Schleicher, 21.5.2014)

...Neben den acht Darstellern aus dem Ensemble des Residenztheaters tritt hier besonders die Tänzerin Yui Kawaguchi herausragend in Erscheinung. Wunderbar, wie sie – schwebend, skurril, witzig — in unterschiedlichsten Maskierungen durch das Stück tanzt und es zart zum Schwingen bringt.
(Christine Mannhardt)

...Yui Kawaguchi tanzte auf dem Haus, ihre Bewegungen zeugten von feinsinniger, geradezu perfekter Körperbeherrschung und akrobatischem Können. Damit kamen Schönheit und Verletzlichkeit ins Spiel.
(C.M.Meier, 21.05.2014)

...Stattdessen bereicherte die beeindruckende Tänzerin Yui Kawaguchi das Geschehen um eine weitere interpretatorische Ebene.
(Julian Kämper,terz)


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Cantatatanz (von Nico and the Navigators) 2011
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"Von betörender Schönheit"
11.07.2012, von Erhard Hellwig-Kühn

... Grandiose Tänzerin -
Denn für das musikalische Sujet sorgte ein wunderbares Barock-Ensemble (Mayumi Hirasaki, Violi-ne, Jakob David Rattinger, Viola da Gamba, Eugène Michelangeli, Or-gel und Cembalo) zusammen mit dem Countertenor Terry Wey, des-sen Stimme allein schon betörte. Wey und die Tänzerin Yui Kawagu-chi bildeten hier das gestische Zentrum der Aus- und Umdeutung der Texte, die dadurch vielleicht die Ernsthaftigkeit ihrer Aussage, nicht jedoch die musikalische Botschaft in Zweifel zogen.
Das Zentrum der Bühne bildete der podestartig erhöhte Altarraum, auf dem vier Kirchenbänke drapiert waren, die situativ in ihrer Anordnung variierten. Insgesamt einbezogen wurden Empore sowie Mittel- und Seitengänge des Kirchenschiffs. Hier wirkte vornehmlich Yui Kawaguchi, eine tänzerische Schönheit, teils flatternd, den erotisierenden Illustrationen immer gefällig, wie ein Schmetterling. Liebreizende Verführungsandeutungen ergänzten das Szenario.
"Bist du bei mir, geh ich mit Freuden zum Sterben und zu meiner Ruh" (aus BWV 508), begann ge-heimnisvoll Terry Wey zusammen mit Kawaguchi wie eine Liebeser-klärung an Anna Magdalena. Dabei drückten die tänzerischen Berüh-rungen, die Hände eine Sinnlichkeit aus, die Bachs innige Beziehung zu seiner zweiten Ehefrau Anna Magdalena beschreiben könnte. Der Gesang hatte da eine himmlische Attitüde...

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