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andropolaroid 2010
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Kölner Tanztheaterpreis 2010, Auszug aus der Laudatio von Jurymitglied Dr. Rita Kramp

"Untermalt von Soundcollagen, die zischend, raunend, flüsternd durch den Raum schweben, bewegt sich Yui Kawaguchi mit einem breit angelegten Bewegungsvokabular in höchster Perfektion als roboter-artiges Wesen, als perfekt funktionierender Mensch. Durch diese Perfektion verliert dieses Wesen alles Menschliche, seine Versuche, mit der Welt in sinnhafte Kommunikation zu treten, sind kläglich zum Scheitern verurteilt. [...]Die Zusammenarbeit der Tänzerin und Choreografin mit dem theater-51grad steht im Einklang mit den Zielen dieses Theaters: sich über die Schauspielkunst hinaus mit anderen Künsten sowohl inhaltlich als auch formal auseinanderzusetzen. Im Zentrum dieser Arbeit steht der Mensch und seine Beziehungen zu sich selbst und den anderen. Das Theater begibt sich auf die Suche nach dem Menschen, seinen Schwächen, Zweifeln, Sehnsüchten, Irrwegen."

“Roboter ersetzt den Partner” von Nicole Strecker
TANZ Das Projekt "Andropolaroid" im Comedia Theater


Tänzer sind für Choreographen Körper-Material, wie fleischgewordene Optionen für ihre Bewegungsideen. Oder wie ein Automat, in den man Tanz-Formen einspeist, die er dann folgsam wieder ausspuckt. Die Tänzerin Yui Kawaguchi ist ein solcher Automat - ein perfekt funktionierender. Sie hat in ihrer Heimat, in den USA und in Europa getanzt, war bei Ismael Ivo, Helena Waldmann oder bei den Breakdance-Weltmeistern Flying Steps. Auch als Choreographin ist sie erfolgreich. Jetzt präsentiert sie sich in ihrer gemeinsam mit Rosi Ulrich vom Theater-51grad.com entstandenen Produktion "Andropolaroid" im Kölner Comedia Theater als ein "deutsch-kybernetischer Japanorganismus": ein Multikulti-Steuerungskomplex, in dem die Kulturen ebenso ununterscheidbar geworden sind wie Mensch und Maschine. Die Produktion war bereits im Rahmen des Festivals "Globalize:Cologne" zu sehen und ist für den Kölner Tanzpreis nominiert
.Lichtröhren hängen in unterschiedlicher Höhe wie Lianen von der Decke. Ein futuristisches Setting (Lichtdesign: Fabian Bleisch) mit provokantem Eigenleben: Sie blinken im Rhythmus des Elektro-Sounds von Sibin Vassilev und huschen vor der Tänzerin davon, lassen sie immer wieder im Dunkeln stehen, als wollten sie sie foppen. Yui Kawaguchi hetzt weißgekleidet wie eine Laborantin zwischen den Lichtern umher. Abrupt schnellt sie los, duckt sich weg - eine Actionheldin im Kampf. Dann springt ein Flüstern in japanischer Sprache durch den Raum, von Ecke zu Ecke wie ein unsichtbarer Kobold. Und Kawaguchi tanzt, als jucke sie das Wispern am ganzen Körper.
Die Technik beherrscht den Menschen, steuert seine Bewegungen, so lange, bis Kawaguchi sich an ihre Umgebung anpasst und selbst zum roboterähnlichen Wesen mutiert: Als Maschinenmensch spitzt sie dann den Mund zum Kuss, streckt die Hand für eine Begrüßung nach vorne, zieht die Lippen nach oben - das seelenlose Lächeln eines Automaten. Posen der Zuneigung, die ohne entsprechendes Gefühl kalt, fast grausam wirken. Der Roboter als Ersatz-Partner - in keinem anderen Land dürfte die Liebe zum kontrolliert-funktionierenden Apparat wohl größer sein als in Japan. Yui Kawaguchi zeigt mit ihrer breitgefächerten Bewegungspalette einen "funktionierenden" Menschen, der letztlich alles Menschliche verliert. "Andropolaroid" - der Mensch als Sofortbild, eine Erscheinung ohne Bedeutung und Charakter. Eine bedrückende Kreation, aber bei Yui Kawaguchi trägt sie definitiv das Siegel "deutsch-japanische Qualitätsarbeit"


„Tanz im Neonröhrenwald„ von Thomas Linden
Kölnische Rundschau


Yui Kawaguchi selbst wird zu einem zeichenhaften Wesen, das mit Farbe, Licht, Raum und Ton agiert. Mit eindrucksvoller Präzision bewegt sich Kawaguchi. Wenn sie einen Maschinen­men­schen auftreten lässt, erstarren nicht nur Arme und Beine, sondern selbst der Gesichtsausdruck verändert sich zu gespensti­scher Künstlichkeit. Ein Lachen der Maschine demonstriert die Bedeutungslosigkeit, sie ist Zeichen ohne Gehalt, denn nur der Mensch vermag mit der Geste auch Gefühl und damit Sinn zu übermitteln. So anschaulich und pointiert wie hier werden komplexe Prozesse selten dargestellt. Die Zusammenarbeit zwischen Yui Kawaguchi und Rosi Ulrich erweist sich auch deshalb als besonders fruchtbar, weil die Choreografie nie bei lieb gewonnenen Motiven oder schönen Bildern verharrt, sondern sich zu einem delikaten Tanzkunstwerk rundet.


„Gefangen im Dschungel aus Licht“ von Henriette Westphal
aKT 06/2010


Kawaguchi Androgynität zu unterstellen, würde zu weit führen – aber doch: ein weißer Schutzanzug verhüllt alles Weibliche. Wie ein Schutz vor der Außenwelt, vor der man Distanz wahren möchte. Es ist eine elektrische kalte Welt – die flackernden Neonröhren, Störgeräusche, Zischen. Die Tänzerin bewegt sich zuerst neugierig, dann wie selbstverständlich, schließlich mechanisch durch den Lampenjungle. Die Soundcollage arbeitet mit einer klugen Verteilung der Lautsprecher im Saal, von allen Seiten flüstert es japanische Sätze, Fragmente einer für uns fremden Sprache. Kawaguchi stimmt ihre Bewegungen auf die Sprache ab – oder ist es umgekehrt? – Sehenswert!


Kölner StadtAnzeiger 10.7.2010

"Der Roboter als Ersatz-Partner - in keinem anderen Land dürfte die Liebe zum kontrolliert-funktionierenden Apparat wohl größer sein als in Japan. Yui Kawaguchi zeigt mit ihrer breitgefächerten Bewegungspalette einen "funktionierenden" Menschen, der letztlich alles Menschliche verliert. "Andropolaroid" - der Mensch als Sofortbild, eine Erscheinung ohne Bedeutung und Charakter. Eine bedrückende Kreation, aber bei Yui Kawaguchi trägt sie definitiv das Siegel "deutsch-japanische Qualitätsarbeit."

REM – The Black Cat 2008
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Michaela Schlagenwerth
Berliner Zeitung, 18. Januar 2006


...Yui Kawaguchi wiederum hätte aus ihrem knapp 35-minu¨tigen Solo "REM - The Black Cat" sicherlich auch fünf Stücke bauen können. So viele Einfälle, wechselnde Szenerien und Themen gab es in dieser Aufführung. Aber weil Omnipotenz, zumal auf der Bühne, auch etwas Großartiges ist, und weil Yui Kawaguchi eine hervorragend Performerin ist, machte das Stück ganz einfach Spaß.
Inspiriert von Edgar Allen Poes Erzählung "Die schwarze Katze" hat Kawaguchi eine multimediale Tanzperformance entwickelt, in der sie vergnügt und verführerisch die Katze gibt, die in Stroboskopgewittern und Elektronikräuschen zu Hause ist, die gehängt, geköpft und sonst wie drangsaliert, über sieben Leben verfügt. Verrückt, absonderlich, wunderbar.


e´cile GUEDON (Paris)
Le magazine en ligne RUEDUTHEATRE 27. April 2006


In den intimeren Orten der Berliner "Off Szene" junge Choreographen machen virtuosen Gebrauch der interdisziplinären Zusammenarbeit: man braucht nur die Produktion den Berliner Festivals "Tanztage" in den Sophiensaele vom Januar 2006 zu verfolgen und insbesondere die multimediale Tanzperformance von Yui Kawaguchi, um deren Wichtigkeit ermessen zu können.
Niemand stellt den Wert im Frage der japanischer Choreographin, die einen originellen Stil schafft inspiriert von Ballet, Breakdance und japanischen Kampfkunst mit einem meisterhaften Gebrauch von Videoprojektionen auf der Bühne.

Kumiko Murayama
DANCE MAGAZINE Japan, march 2007


"Integration of elements brought to a sublime level"
Among the three pieces presented by the winners of last year's Yokohama Dance Collection, the piece that won the Jury's Award, a Berlin-based dancer/choerographer Yui Kawaguchi's solo performence, "REM -The Black Cat" was in no doubt the world's first class stage. Every element that comprise a stage; theme, dance, direction, music, visuals, lighting, and set, were raised to an exceptionally high level and were integrated immaculately. It is a masterpiece where the exquisite talents in each fields with deep understanding and respect to each other have gathered to produce a work of art…
…What intriguing is how the piece utilizes the leading-edge technology and yet, places its theme on their negative facets and expresses the somatic reality of the humans. In the end, the soul of a man who disguised himself among the artificial reality could no longer bare to exist in its distortion and bails out to a place that reminds us, humans, of a classic image of the Pluto. There it shows a transcendent dance of a soul, unbounded from the body or the gravity. That scene, where shimmering light of flame or water emerges from the haze on the stage, was anagogic and particularly impressive.

Ippei Fukuda
Tokio Zeitung, Oktober 2008


„The Black Cat“ ist ein außergewöhnliches Stück nach Motiven einer Kurzgeschichte von Edgar Alan Poe. Es beginnt mit einer Szene, in der ein Mann hingerichtet wird. Yui Kawaguchi
erschafft aus der verwirrenden Handlung ein Gebilde, das die Zuschauer durch emotionale
Momente verstrickt. Tänzerisch bildet sie die absonderliche Handlung nach und formt daraus eine originelle Geschichte, die das Publikum bis zum Schluss in den Bann zieht.


Red Bull Flying Bach von Flying Steps x Christoph Hagel 2010-2013
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Paul Ransom / Dance Informa Magazine 14.03.2013 (Australia)
..The inclusion of Japanese ballerina Yui Kawaguchi adds classical grace and a love interest narrative. It also serves to highlight the technical rigour of both break dance and ballet; and this in turn creates many of the show’s most satisfying moments...

Ambar Sidhwani / Hip Hop Legacy  11.03.2013 (Australia)
...Yui Kawaguchi, the only female dancer effortlessly eases into a classical contemporary choreography as the audience acclimatises to the venue and the surroundings. Just as the audience begins to fall into deep admiration of Yui Kawaguchi’s skills, ...

Kerstin Starke / Frankenpost 12.05.2012
..Bachs Musik, die mal live vom Flügel (Christoph Hagel) oder vom
Cembalo, mal multi-instrumental vom Band kommt, gibt ihnen dabei exakte Rhythmen vor, die die Tanzenden - sieben Herren und eine Dame, die überwiegend den klassischen Part verkörpernde Yui Kawaguchi - punktgenau und präzise mal in abgehackte, mal in fließende Moves übersetzen: Eine Fuge in der Musik wird so eine Fuge der Körper...

Arne Pozo Freire / Passauer Neue Presse  11.10.2011
..Wunderschön anzusehen ist zudem der Vergleich zum Contemporary Dance, ausgeführt von Yui Kawaguchi, die keck und verführerisch beweist, dass man auch durch bloße Körperspannung und Eleganz die Erdanziehungskraft für einen Moment aushebeln kann...

Philip Chhatwani / Musikmarkt 20.10.2011
..Mit Yui Kawaguchi betritt ein weiteres Stilelement, das klassische Ballett, die Bühne. Man könnte meinen,
Breakdance und Ballett seien schwer zu vereinen, aber im Gegenteil. Der Breakdancer, welcher zu spät zum Training kam, beginnt gemeinsam mit Kawaguchi zu tanzen und schnell wird klar, wie gut zwei so unterschiedliche Tanzstile harmonieren.

Malve Gradinger / Merkur-online.de 10.10.11
..Und wenn die zierliche Yui Kawaguchi hereinweht, eine postmodern emanzipierte
Barfuß-Geisha, wird sie von den B-Boys schüchtern-charmant umworben. Dass es in den Pas de deux klappt zwischen dem männlichen Breakdance und weiblichem balletthaftem Anmuts-Stil, ist zum großen Teil der technisch versierten und reaktionsschnellen Japanerin zu verdanken...

Oliver Heilwagen / kultiversum 13.04.2010
..Diese Story bringen sechs B-Boys und die ausgebildete Tänzerin Yui Kawaguchi bravourös auf die Bühne. Insbesondere die Japanerin bewahrt das Geschehen vor dem Abgleiten in eine bloße Nummernrevue und verleiht ihm Spannung und Dramatik...

Die Befristeten
(von Nico and the Navigators am Residenztheater München) 2014
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...In all seinen Verrenkungen – wunderbar die akrobatisch schwebenden Tanztaumeleien der zartgliedrigen Yui Kawaguchi –
(Die deutsche Bühne)

...Den Kontrast bildet Yui Kawaguchi. In ihren Bewegungen – oft und sehenswert entwickeln sich die Choreographien im Dialog mit dem Ensemble – erzählt die Tänzerin von der Freiheit des Menschen.
(Michael Schleicher, 21.5.2014)

...Neben den acht Darstellern aus dem Ensemble des Residenztheaters tritt hier besonders die Tänzerin Yui Kawaguchi herausragend in Erscheinung. Wunderbar, wie sie – schwebend, skurril, witzig — in unterschiedlichsten Maskierungen durch das Stück tanzt und es zart zum Schwingen bringt.
(Christine Mannhardt)

...Yui Kawaguchi tanzte auf dem Haus, ihre Bewegungen zeugten von feinsinniger, geradezu perfekter Körperbeherrschung und akrobatischem Können. Damit kamen Schönheit und Verletzlichkeit ins Spiel.
(C.M.Meier, 21.05.2014)

...Stattdessen bereicherte die beeindruckende Tänzerin Yui Kawaguchi das Geschehen um eine weitere interpretatorische Ebene.
(Julian Kämper,terz)


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