Kussquartett and friends

Kokon

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Viel zu oft agieren die Künste unberührt nebeneinanderher. Nicht so bei den „Sommerlichen“. Das Eröffnungskonzert bringt zum Festival-Motto „Zeit.Räume“ Wortkunst, Performance und Musik zusammen, sodass wie von selbst dazu noch Gemälde im Kopf entstehen. Im Projekt Kuss@Kokon, dessen Entstehung von der Bundeskulturstiftung gefördert wurde, hatten sich die acht Künstler*innen und der Dramaturg Daniel Finkernagel kreativ zusammengefunden. In Modulen und Brücken zu historischen Klängen etwa von Mendelssohn verschmelzen im Verdo-Saal nun die Zeitläufe. Von Enno Poppe erklingt das Werk „Freizeit“, als Uraufführung ein Werk von Óscar Escudero – "POST für Streichquartett, Publikum mit Konzertprogramm und Elektronik".

Dauer ca. 90 Minuten, keine Pause


▼ PROGRAMM ▼

Enno Poppe (*1969): Freizeit für Streichquartett (2016), komponiert für das Kuss Quartett
Helmut Lachenmann (*1935): Toccatina – Studie für Violine allein (1986) 
Manfred Trojahn (*1949): aus V. Streichquartett (2018), komponiert für das Kuss Quartett: Molto Adagio
Johannes Julius Fischer (*1981): Under Ground für amplifiziertes Ölfass und Tamtam (2021)
Johann Sebastian Bach (1685–1750): aus Partita Nr. 2 d-Moll für Violine solo, BWV 1004: 3. Sarabande   Joseph Haydn (1732–1809): Streichquartett C-Dur, op. 20,2 (1772)
Johannes Julius Fischer : Duft für Sprecher, Schlagzeug und Streichquartett (2020) 
Armenische Volksweise, Violoncello solo 
Thomas Adès (*1971): aus Arcadiana für Streichquartett (1994): VI. O Albion
George Benjamin (*1960): A Lullaby for Lalit für Violine solo (2001) (Viola)
Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809–1847): aus Streichquartett f-Moll, op. 80: 2. Allegro assai

Im gesamten Programm tauchen immer wieder Texte von Bas Böttcher auf.


▼ TEAM ▼

Kuss Quartett – Konzept, Streichquartett
Bas Böttcher – Slam Poetry
Yui Kawaguchi – Regie, Choreografie, Tanz
Ruben Reniers – Choreografie, Tanz
Johannes Fischer – Schlagzeug und Komposition
Óscar Escudero – Electronics
Fabian Bleisch - Licht, Technik

Trailer: Magdaleba Zieba-Schwind   


▼ DATES ▼

- PREMIERE in Sommerliche Musiktage Hitzacker
July 30th 2022

▼ KRITIK ▼

...Es ist in seiner Fülle und seinen Wechseln nicht wiederzugeben, was diese 90 Minuten alles bergen. Werwill, kann das Erlebte in philosophische Höhen und Tiefen von Zeit und Raum übertragen. Wer kann, mag Musikanalyse betreiben. Wer zürnt, weil er seine Klassiker nicht wiedererkennt, hat recht. Wer nach vornschaut und den Rückspiegel nicht vergisst, geht mit auf den Trip – und hofft auf mehr von dem Stoff...
31.07.2022 von Hans-Martin Koch (LZ)

...Mit „Kokon“ gelingt den Beteiligten das auf faszinierende Weise. Tanz, Slam Poetry, Elektronik oder auch Schlagzeug beleuchten Werke der mal klassischen (Haydn, Mendelssohn), mal zeitgenössischen (Lachenmann, Britten, Adès, Trojahn) Literatur neu, holen Facetten ans Licht, die in ihnen verborgen, oder – postmodern gesagt – im Subtext enthalten sind… Es gelingt fast durchgehend, den Respekt vor dem Werk mit dessen Erweiterung zu verbinden… Eine Idee, die von der Corona-Pause genauso inspiriert ist wie durch deren Ende. Beides hat es ermöglicht, Musik neu zu erleben.

31.07.2022 von Thomas Janssen (EJZ)